Sturmmöwe (Larus canus)

Sturmmöwe (Larus canus)

Die Sturmmöwe (Larus canus) ist eine Vogelart aus der Familie der Möwen (Laridae) und die kleinste Art der Gattung Larus. Ihre Verbreitung liegt vorwiegend in den gemäßigten Breiten und reicht durch ganz Eurasien sowie über die Beringstraße hinweg im Nordwesten Nordamerikas von Alaska bis Zentralkanada. Im Ostteil Nordamerikas wird die Art ökologisch durch die sehr ähnliche, etwas größere und nahe verwandte Ringschnabelmöwe ersetzt.[1] Die amerikanische Unterart wird von manchen Autoren auch als eigene Art angesehen.[2]

Die Sturmmöwe brütet meist in kleineren Kolonien von bis zu 50 Paaren, es kommen jedoch an der Küste bisweilen auch größere mit mehreren tausend Paaren vor. Das Nest wird meist am Boden errichtet, kann aber auch erhöht liegen und sogar Baumnester kommen vor. Wie die meisten Möwen ernährt sich die Art omnivor. Die größten Brutbestände finden sich in Küstengebieten, aber auch Flusslandschaften, Moore und Sümpfe im Binnenland werden besiedelt. Während in Europa viele Vögel im Winter nur kurze Strecken wandern oder in den Brutgebieten verbleiben, ziehen die Vögel im übrigen Verbreitungsgebiet regelmäßig auch weiter. Dabei ziehen die Vögel des mittleren Eurasiens südwestwärts und überwintern zum Teil im Bereich des östlichen Mittelmeeres.

Der Bestand der Sturmmöwe hat in Europa während des zwanzigsten Jahrhunderts wie der vieler anderer Möwen stark zugenommen, war gegen Ende desselben aber in leichtem Rückgang begriffen. Die Art ist jedoch nicht bedroht.
Die Sturmmöwe ist mit 40–45 cm Körperlänge und einer Flügelspannweite von 100–130 cm etwas größer als eine Lachmöwe und deutlich kleiner als eine Silbermöwe. Sie ist sozusagen eine zierlich gebaute Ausgabe, der größeren Larus-Arten; im Vergleich zur Silbermöwe ist der Kopf rundlicher, der Schnabel feiner, die Flügel schmaler. Im Sitzen wirkt die Brust gewölbt, der Hinterleib schlank. Der Flug wirkt gemächlich mit kraftvollen Flügelschlägen; im Gleitflug werden die Flügel etwas angewinkelt.[3] Die Geschlechter unterscheiden sich nicht. Junge Sturmmöwen sind ab dem dritten Jahr voll ausgefärbt.

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